Am San-Fluss, der zwischen den bewaldeten Bergen fließt, ist vor Jahrhunderten eine Siedlung entstanden, die ihren Namen Sanok vom Fluss abgeleitet hat. Schon Mitte des 12. Jh. war das eine Burg und eine wichtige Verwaltungsstätte.
Die Burg hat auch in den späteren Jahrhunderten diese Rolle gespielt. Die Geländegestaltung und geographische Bedingungen haben darauf einen wesentlichen Einfluss gehabt, dass Sanok, schon seit über 800 Jahren in die Geschichte der Podkarpacie einbezogen wurde. Die älteste schriftliche Erwähnung über Sanok stammt aus der Zeit, wo dieses Land den ruthenischen Fürsten gehörte. Das ist eine Erwähnung in den ruthenischen Chroniken - Latopis Hipacki, die berichtet, dass 1150 der ungarische König Gejza der II.
" über die Berge ging und die Burg Sanok nahm und deren Posadnik und viele Dörfer in der Wojewodschaft Przemyskie besetzt hat". Das bedeutet, dass das die wichtigste Burg sowie die Stätte der ruthenischen Verwaltungsbehörde über die Burg und die ihm gehörenden Gebiete zwischen der Grenze und Przemyśl gewesen ist.
Latopis teilt uns noch zweimal über Sanok mit; 1205 fand hier das Treffen des ungarischen Königs mit der ruthenischen Prinzessin statt, und im Jahre 1231 begab sich einer der ruthenischen Fürsten nach ?Sanok ? Worota Uhorskie?. 1339 erhielt Sanok, als es noch dem Ruthenien von Halicz angehörte, das Lokationsprivileg nach ?Magdeburgem Recht?. Es wurde am 20. Januar 1339 vom Fürsten von Halicz Jerzy Trojdenowicz verabschiedet, der aus der
Masowischen Piast-Linie stammte. Die archäologischen Forschungen, die in den letzten Jahren am Burghügel und am Fajka-Hügel bei Sanok durchgeführt wurden, bestätigen nicht nur die schriftlichen Quellen, sondern auch verschieben
den Tag der Entstehung der Burg ins IX. Jahrhundert zurück. Am Fajka-Hügel, der in der Vergangenheit wahrscheinlich das ursprüngliche Sanok gewesen ist, wurden die Überreste des ehemaligen Tempels und des Friedhofs sowie zahlreiche Schmuckelemente und die Enkolpiony nach Kiever Art gefunden. Man hat auch zwei Siegel des Großen Kiever Fürsten Ruryk Ruścisławowicz aus der 2. Hälfte des 12. Jh. gefunden. Nach 1340 hat Kasimir der Große Polen Ruś Halicka angeschlossen, und am 25. April 1366 hat er die Stadtrechte von Sanok bestätigt. In dieser Zeit ist Sanok die Hauptstadt einer Verwaltungseinheit - das Land Sanok geworden, das der Ruthenischen Wojewodschaft angehörte und die Gebiete: von den San-Quellen im Süden und Osten bis nach Błażowa im Norden und Krosno im Westen umfaßte. Auf der Burg Sanok hat die Amtsbehörde und die Landbehörde ihren Sitz mit dem Landrat an der Spitze gehabt. In der Stadt waren auch das Amts- und Landgericht tätig und das Obere Gericht des deutschen Rechts für das ganze Land Sanok. Im 16. Jh. hat der Umbau der schon vorhandenen gotischen Burg in den damals herrschenden Renaissancestil dank Bemühungen von Mikołaj Wolski stattgefunden.
Trotz zahlreicher Bebauungen sowie der Zerstörung der Flügel ist die Burg in dieser Form bis heute erhalten geblieben. Die zur Zeit durchgeführten archäologischen Arbeiten haben das Bild der Burg in den Kasimir-Zeiten gezeigt. Vorgesehen wird die Rekonstruktion des Burgaufbaus und des Schutzturmes. In der Pfarrkirche von Sanok hat 1417 Władysław Jagiełło Elżbieta Granowska geheiratet. An dieser Kirche war eine Pfarrschule. Die Söhne der Bürger von Sanok und des Adels aus der Nähe haben sie besucht, von denen viele später an der Jagiellonen-Universität studiert haben. Die größten von ihnen waren: Grzegorz aus Sanok ? herrvoragender Humanist und Jan Grodek ? der neunmalige Rektor der Jagiellonen-Universität in den Jahren 1540-1552.
Sanok war auch die Versorgung der Königswitwen, und aus diesem Grund hat Zofia Holszańska nach dem Tod des Władysław Jagiełło die Burg Sanok bewohnt. Von den Verdiensten der Königin Bona für die Stadt kann der Anschluss des Sforza-Wappens (die Schlange, die einen Sarazenen verschlingt) an das Stadtwappen zeugen. Die Zeit seit Mitte des 14. Jh. bis zur Hälfte des 16. Jh. ist die beste Zeit in der Geschichte der Stadt. Seit Ende des 16. Jh. begann ein langsamer Verfall der Stadt Sanok. Dazu haben in großem Maße Brände, von denen der größte ? 1566 die Stadt so sehr zerstört hat, dass nur die Burg, das Franziskanerkloster, 5 Häuser und der obere Stadtrand verschont wurden. Nach der ersten Teilung Polens 1772 fanden die Österreicher die Stadt so zerstört, dass man kaum ein Gebäude in solchem Zustand finden könnte, das sich für den Sitz des Landratsamtes geeignet hätte. Deshalb wurde diese Behörde in das nahegelegene Lesko untergebracht. Es kam 1798 nach Sanok zurück und als Sitz bekam es das Gebäude, in dem vorher ein Krankenhaus vorhanden war. Erst 1812 wurde das Polizeirevier ins renovierte Gebäude der Burg umgezogen.
1848 ist in Sanok im Völkerfrühling der Nationalrat des Kreises Sanok entstanden und hat die Nationalgarde des Landes Sanok gegründet. Etwa 1845 ist in Sanok eine Kesselwerkstatt entstanden, gegründet von Walenty Lipiński und Mateusz Beksiński. 1886 ist sie in einen Industriebetrieb umgewandelt worden.
Kazimierz Lipiński (Sohn des Walenty) hat ein paar Jahre später die Erste Gesellschaft für Maschinen- und Waggonsbau von Galizien gegründet und in den Jahren 1894-95 hat er mit dem Bau einer Fabrik im Stadtteil Posada Olchowska begonnen. Die Traditionen dieser Fabrik setzt zur Zeit die Busfabrik ?Autosan? Sanok fort. Eine große Bedeutung für die Entwicklung der Bildung und Kultur im 19. Jh. hatte 1848 die Gründung der Druckerei von Karol Pollak. 1855 wurde das erste Heft ?der Polnischen Bibliothek? von Kazimierz Józef Turowski gedruckt. 1861 hat Pollak eine Buchhandlung und eine Bücherausleihe gegründet. Eine große Bedeutung für die Stadtentwicklung hatte 1872 der Bau der Eisenbahnstrecke von Chyrów über Zagórz und Łupków nach Ungarn. 1884 hat man noch die Strecke Zagórz über Sanok nach Jasło gemacht.
Im Ersten Weltkrieg wurde Sanok infolge der Kriegshandlungen und der Choleraepidemie sehr zerstört. Am 1. November 1918 gingen aus dem Sokół-Gebäude erste polnische Patroullien und die Machtübernahme von den Polen hat stattgefunden. In der Zwischenkriegszeit sind in Sanok die Gummiwerke, die Akkumulatorenfabrik "Warta" entstanden, man hat die elektrische Beleuchtung, die Wasserleitungen, teilweise Gas und eine Reihe von weiteren Investitionen durchgeführt. 1934 ist das Museum für das Land Sanok entstanden. Am 9. September 1939 wurde die Stadt durch deutsche Truppen besetzt. Bis zum 22. Juni 1941 war Sanok eine Grenzstadt, denn die Staatsgrenze zwischen der Generalgubern und der Sovjetunion verlief am Fluss San. 1940 hat man begonnen, das Netz der Untergrundbewegung zu organisieren. Über Sanok verliefen in den Jahren 1940-42 die Kurierwege nach Ungarn. Man hat auch zahlreiche Diversionsaktionen durch die Landesarmee durchgeführt. Am 9. August 1944 kamen die sovjetischen Truppen nach Sanok. Der Krieg brachte der Stadt ziemlich viel Zerstörung, besonders in der Industrie. Für Sanok dauerte die Besetzung jedoch länger, nicht bis zum Vertreiben der deutschen Truppen. Sie hat den Charakter des Hauskrieges zwischen der ukrainischen Untergrund-bewegung und der Polizeitruppen, den Truppen des Sicherheitsdienstes und der Polnischen Armee genommen. Er dauerte bis 1948. Er brachte mit sich die Verwüstung und die Zerstörung des ganzen Landes Sanok. Sein letztes dramatisches Akkord war ?Die Weichsel-Aktion? ? die Aussiedlung der ukrainischen Bevölkerung des Landes Sanok auf das wiedergewonnene Heimatland.
In dieser Zeit verliefen auch erbitterte Kämpfe mit den WiN-Truppen
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