Rhein ist eine kleine masurische Stadt, die wunderschön in einer Landenge zwischen zwei Seen liegt: zwischen einem geschlossenen, mit einer Ruhezone geschützten, Ołów-See und einem, mit der Masurischen Seenplatte verbundenen, Rheiner See (Jezioro Ryńskie). Über die Stadt herrscht eine Ordensburg aus dem 14. Jh. Die Burg wurde auf einem Hügel, wahrscheinlich anstelle einer früheren galindischen Burg, errichtet. Laut einer Legende haben die Burg und der Ołów-See, der einen natürlichen Festungsgraben bildete, die Ordensbrüder an den Fluss Rhein und dortige Burgen erinnert. Daraus folgte wahrscheinlich der Name Ryn (Rhein).
Zwischen 1393 - 1525 war die Burg der Sitz der Kommende, deren eins der ersten Komture Konrad von Wallenrode - späterer Hochmeister des Deutschen Ordens und Titelfigur des Gedichts von Adam Mickiewicz - war. Zur Zeit des Deutschordensstaates gewann die Rheiner Burg sehr an Bedeutung. Außer Militärfunktionen war die Festung nämlich auch ein Brückenkopf während Kampfhandlungen mit den Litauern. Außerdem diente die Burg auch als eine verwaltungs-wirtschatliche Einheit des Ordens und versorgte den Orden mit Fischen, Honig und Fleisch.
Trotz strategischer Lage, dicker Mauern und fester Konstruktion wurde die Burg durch die Aufständischen des Preußischen Bundes in der Hälfte des 15. Jh. eingenommen. Die überlebenden Ordensbrüder wurden gnadenlos in den umliegenden Seen und Mooren ertränkt. Nach einem Jahr kehrte die Burg wieder unter Herrschaft des Ordens zurück.
Mit der Burg entwickelte sich auch die Ansiedlung (Vorburg), die der Ursprung für die zukünftige Stadt war. Ende 15. Jh. hat man der Vorburg die Rechte einer Marktsiedlung zuerkannt, was sehr zu ihrer Entwicklung beigetragen hat. Im 16. Jh. wurde Rhein zu einem Verwaltungs- und Ansiedlungszentrum geworden. Nach Auflösung des Deutschen Ordens hatte man hier die Starostei Herzogtum Preußen gegründet.
Der Überfall von Tataren in der Hälfte des 17. Jh. hat die Weiterentwicklung der Region gestoppt. Die Angreifer haben die Bevölkerung ermordet oder gefangen genommen und dabei die Ansiedlung verbrannt. Nur die Burg ist erhalten geblieben. Ein halbes Jahrhundert später hat die Epidemie der Pest große Vernichtungen gebracht und mehrere Dörfer fast vollkommen entvölkert. Die überlebenden Einwohner verließen ihre Häuser und versteckten sich in den nah gelegenen Wäldern.
In 1723 bekam Rhein die Stadtrechte. Das sollte den Wiederaufbau erleichtern und die Weiterentwicklung anregen. Den ankommenden Siedlern hat man damals mehrere Sonderrechte zuerkannt und z. B. kostenlose Grundstücke für den Bau der Häuser, Zuschläge für den Hausbau sowie eine kostenlose Abholzung.
In der zweiten Hälfte des 18. Jh. wurde die Burg verlassen und auf einer Auktion angeboten. Zwischen Ende 18. Jh. und bis zur Hälfte 19. war sie ein Eigentum von verschiedenen Privatpersonen. Im 19. Jh. hatte die Burg auch eine Funktion des Frauengefängnisses und während des 2. Weltkrieges wurden dort russische, polnische und deutsche Kriegsgefangenen festgehalten.
Seit Juli 2006 befindet sich in der Burg ein luxuriöses Vier-Sterne-Hotel „ZAMEK RYN" (deut. Burg Rhein), das die Erwartungen von anspruchsvollsten Gästen erfüllt.
Das Hotel bietet fast 300 Plätze in 140 Zimmern an. Fünf davon sind luxuriös ausgestattete Königsapartments und weiter 20 sind Suiten. Der Hotelteil ist nach der jahrhundertlangen Tradition der Burg in vier Teile in den Ordens-, Ritter-, Jäger- und Gefängnisteil eingeteilt. Die Inneneinrichtung knüpft an die Architektur der Burg an und präsentiert zugleich originelle Fragmente von Wandmalereien, Polychromien, gotischen Portalen und Gewölben. Das Burgrestaurant ist im gotischen Stil erhalten und verfügt über Plätze für mehr als 300 Personen. Das Menü bietet vor allem Gerichte der altpolnischen, adeligen und europäischen Küche an.
Außerdem verfügt das Hotel über ein modernes und professionell ausgestattetes Konferenz-Kongress-Zentrum, das aus 6 Konferenzsälen (der größte Kongresssaal für 500 Personen befindet sich unterhalb des Innenhofes) und einem Businesszentrum besteht.



