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Heilsberg

 

In der Ostseite der Stadt, in Umgebung von bewaldeten Moränenhügeln, befindet sich eins der ältesten und wertvollsten Denkmäler von Heilsberg. Es ist eine gotische Burg. Die Heilsberger Burg wurde in den Jahren 1350-1401 anstelle einer kleinen preußischen Burg Lecbarg, in Flussarmen von Łyna (niem. Alle) und Symsarna errichtet. Sehr lang diente die Burg als Sitz der Bischöfe von Ermland und als Schutz der Ostgrenze von dieser Region. Die Hauptform der Burg bilden vier Flügel, die den Innenhof mit zweigeschossigen Kreuzgängen schließen und als ein einziges Beispiel für solche Lösung in Polen bis heute erhalten geblieben sind. In der gleichen Zeit entstanden auch die Vorburgen. Der Südflügel beinhaltete: Pferdestall, Speicher und Kutschenschuppen; und im (wirtschaftlichen) Nordflügel gab es: Mühlwerk, Sägewerk, Kupferschmiede, Walkmühle sowie Gerberei. Alles war von einer selbstständigen Wehrmauer und Festungsgräben, die durch Wässer aus dem Fluss Symsarna versorgt waren, umgeben.

 

Kraft des Zweiten Friedens von Thorn aus dem Jahre 1466 wurde Ermland an Polen angeschlossen. Seit dieser Zeit bis zu 1795 wurde die Heilsberger Burg durch berühmte Polen, Vertreter der polnischen Kultur bewohnt. Sie gründeten dort ein bedeutendes Kulturzentrum, der ein religiöser und politischer Ausgleich zu dem lutherischen Herzoghof in Królewiec (deut. Königsberg) war.

 

Zu den Bischöfen von Ermland zählte Lukas Watzenrode, der Onkel von Nicolaus Kopernikus. Dank ihm hatte der Kopernikus sein erwachsenes Leben, seine wissenschaftliche sowie öffentliche Tätigkeit mit Ermland und der Heilsberger Burg verbunden. Der Astronom verbrachte in der Burg 8 Jahre lang: zuerst nach seinem Studium in Krakau (zwischen 1495-1496) und nachher nach seiner Rückkehr aus italienischen Universitäten (zwischen 1503-1510). In dieser Zeit hatte der Bischofshof einen sehr großen Einfluss auf die Stellung von Kopernikus zu dem Deutschen Orden. Damals kristallisierte sich auch sein heliozentrisches Weltbild heraus, das zuerst in dem sog. „Kleinen Kommentar" skizziert und nachher ausführlich während seines Aufenthalts in Frombork (deut. Frauenburg) in seinem Hauptwerk „De revolutionibus orbium coelestium" dargestellt wurde. Kopernikus hatte damals auch aus dem Griechischen ins Latein die Briefe von Theophylaktos Simokates übersetzt, die in 1509 gedruckt wurden.

 

Seit Ende 16. Jh. verlor die Heilsberger Residenz ihre Wehrbestimmung und wurde in einen prachtvollen, reich mit verschiedenen Anlagen, Bibliotheken sowie Kunstwerken ausgestatteten Herzogshof umgewandelt. Die Burgräume wurden an neue Bestimmungen angepasst und in kleinere, reich dekorierte Wohnräume eingeteilt. Zwischen 1589-1599 hatte der Bischof Andrzej Batory an den Nordflügel der Burg einen Palast - die sog. „Kardinalräume" angebaut, der jedoch im Jahre 1767 abgebaut wurde. Ein weiterer Ausbau hatte der Bischof Jan Stefan Wydżga unternommen. Sein Werk war der Barockpalast (1666-1673) an dem Südflügel, der nach dem Entwurf des Italieners Issidore Affaiti errichtet wurde. Acht der letzten Bischöffe Polens haben dort gewohnt.

 

Das Ende der Pracht der Bischofsresidenz brachte die Teilung Polens und Besatzung von Ermland durch die Preußen im Jahre 1772. Der letzte Bischof von Ermland, der in der Heilsberger Burg durch dreißig Jahre wohnte, war Ignacy Krasicki - Dichter, Prosaiker, Komödiendichter, Enzyklopädist und Publizist. Nach seinem Auszug in 1794 geriet die Burg allmählich in Vernichtung.

 

Die ersten komplexen Renovierungsarbeiten wurden in 1927 angefangen. Heutzutage befinden sich in der Burg: das Museum von Ermland und die Abteilung des Museums von Ermland-Masuren in Olsztyn (deut. Allenstein). Die Burgsäle sind eine perfekte architektonische und plastische Szenerie für solche ständige und periodische Ausstellungen, wie z. B.: Mittelalterliche Kunst von Ermland und Deutschordensstaat, Hervorragende Einwohner der Heilsberger Burg, Russische Ikonen aus 17-19 Jh., Militaria der Burg.

 

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