Stanisław Krasicki, der Sohn von Jakub und der Kastellan von Przemyśl begann am Ende des 16. Jh. die Festung umzubauen. Das Ergebnis war ein Palast-Komplex, dessen Grundriss ein Rechteck mit einer Wehrmauer und vier in den Ecken platzierten Basteien war. Entlang der Mauer, östlich, wurde ein neuer Wohnflügel angebaut. Nördlich und westlich wurde das Schloss durch zahlreiche Gewässer umgegeben, was einen zusätzlichen Schutz für die Schlosseinwohner garantierte.
Autor der Bilder Tomasz Trojnar
Marcin Krasicki war der nächste Schlosseigentümer, der das Bauwerk ausgebaut und in eine Wehrresidenz verwandelt hat. Eben in dieser Zeit entstand in der nördlich-westlichen Ecke des Schlosses die Papstbastei. Die Bastei verdankt seinen Namen der Tatsache, dass sie Gästezimmer für hohe Kirchenbeamte beinhaltete. Vermutlich übernachtete dort der Apostolischer Nuntius Cosmos de Torres, der in der Kapelle der Gottesbastei den Polen ein durch den Papst geweihtes Schwert überreichte. Somit wollte der Papst die Polen zur Teilnahme an dem Krieg mit den Türken überzeugen. Die Papstbastei wurde mit einer Attika dekoriert. Eine interessante Einzelheit ist der nördlich und außerhalb der Bastei eingemauerte Stein, dessen Form an einen Brotleib erinnert. Laut der Legende hat die Vergütung eines am Bau beteiligten Arbeiters für solch einen großen Brotleib gereicht.
Zwischen 1594-1614 wurde der Nordflügel ausgebaut. Man hatte dort die Räume des Schlosseigentümers und das meist repräsentative Gemach, sog. Großes Königliches Esszimmer, eingerichtet. Ein neuer Wohnflügel mit zwei Etagen wurde entlang der Ostmauer errichtet. Von der Seite des Innenhofes hatte man die Laubengänge errichtet. Man hat nächste Basteien gebaut, die als Gottes-, Königs- und Adelsbastei genannt wurden.
In den nächsten Jahren befand sich das Schloss unter Herrschaft von Jan Tarło, des Woiwoden von Lublin, der zu Anhänger von Augusta II. gehörte, was im Jahre 1726 zu dem Überfall von Krasiczyn durch Russen und Kosaken führte. Das Schloss wurde damals erheblich beschädigt. Die Ausstattung der Gemächer wurde geraubt, die Schlosskapelle vernichtet und die Papstbastei zertrümmert.
In den 30er Jahren des 19. Jh. wurde Krasiczyn von Leon Sapieha gekauft. Als Eigentum der Familie Sapieha blieb Krasiczyn bis zum 1939. Hier ist u. a. der Kardinal Stefan Sapieha geboren. Immer nach der Geburt eines weiteren Kindes, hat die Familie Sapieha einen weiteren Baum im Schlossgarten eingepflanzt: Eiche beim Sohn und Linde bei einer Tochter. Diese Bäume wachsen bis heute.
In 1852 hat ein Brand stattgefunden. Am Anfang des 2. Weltkrieges wurde das Schloss durch die sowjetischen Truppen geraubt. In 1941 gab es in der Nähe die Befestigungen der sog. Molotow-Linie (Przemyski Rejon Umocniony).
Zurzeit findet eine in den 70er Jahren des 20. Jh. begonnene Schlossrenovierung statt.



