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Die Geschichte

 

Die Geschichte Krakaus:

 

Der Autor der ersten schriftlichen Quelle, in der 966 Krakau (Kraków) erscheint, ist Ibrahim ibn Jakub. In den lateinischen Dokumenten erscheint es im Jahre 973 in der Form Cracoua. Der Sprachwissenschaftler Jerzy Nalepa behauptet, dass der Stamm krak die Abzweigung eines Flusses bedeutet, der auf der Stadtkarte schwer zu lokalisieren ist.

 

Nach der von Wincenty Kadłubek Ende des 12. Jahrhunderts aufgeschriebenen Legende stammt der Name Kraków vom Namen des Herzogs Krak, in den tschechischen Legenden taucht dagegen die Gestalt des Herzogs Krok auf.

 

Mittelalter

Die älteste Siedlung befand sich u.a. auf dem Wawelhügel und war eine der wichtigsten Festungen in der Siedlung der Wiślanen.

Das Land der Wiślanen war wahrscheinlich eine Zeit lang unter dem Herzogtum des Grossmährischen Reiches. Im 10. Jahrhundert (wahrscheinlich in den Jahren ca. 960 - ca. 986) wurde Krakau vom Staat der ersten Przemyśliden abhängig. Es war eine ganz lockere Abhängigkeit und hat keine ausdrücklichen Spuren in der historischen Tradition gelassen. Manche Historiker verneinen überhaupt die tschechische Herrschaft über Krakau in dieser Periode. Ca. 990 befand sich die Burg in den Grenzen des Piastenstaates. Die Versuche, die genauen Daten festzustellen, wann die Stadt in den Piastenstaat eingegliedert wurde, schwanken zwischen 987 und 989.

Die erste glaubwürdige schriftliche Notiz über Krakau stammt aus dem Dokument Dagome iudex aus dem Jahre 992. An der Weichsel, in der Nähe von Wawel, auf einem nicht großen Hügel aus dem jurassischen weißen Stein stand laut einer Legende ein Heidentempel, auf dessen Platz dann die romanische Kirche des hlg. Erzengels Michael erbaut wurde.

Seit mindestens 1000 Jahren befand sich in Krakau der Bischofssitz, und unter der Herrschaft von Kazimierz Odnowiciel wurde Krakau wieder zum Herzogssitz.

In der Zeit der Bezirksteilung war Krakau der Sitz des Seniorats, im Laufe der Zeit verloren die Krakauer Herzöge die Obrigkeit über andere Herrscher von Piasten. Im Jahre 1241 wurde die Stadt während des Tatareneinfalls zerstört. Es konnte ein Grund für die Niederlage der ersten Ortung Krakaus sein, die wahrscheinlich am Anfang des 13. Jahrhunderts stattfand. Der Wiederaufbau Krakaus wurde angefangen. Am 5. Juni 1257 gaben Herzog Boleslaw der Schüchterne, seine Mutter Grzymisława und seine Frau hlg. Kinga der Stadt die Ortung nach Magdeburger Recht in Kopernia, neben Pińczów. Die Lokatoren waren drei Landvögte: Gedko Stilvoyt, Jakub aus Nysa und Dytmar Wolk aus Wrocław. Die neue Stadt wurde vor allem von den Einwanderer aus Schlesien und Deutschland besiedelt, was die Tatsache erklärt, dass die Krakauer Bürgermänner bis zum 16. Jahrhundert Deutsch sprachen. In der Zeit entstand auch die charakteristische schachbrettartige Stadtstruktur, in die die erhaltenen Elemente (Grodzka-Str., Marienkirche) eingepasst wurden. Zwischen Krakau und Wawel gab es eine Burg Okół, ehemalige Burgstadt, die von dem König Władysław Łokietek nach der Revolte des Landvogtes Albert in Krakau eingegliedert wurde. Im Jahre 1320 wurde in der Wawelkathedrale zum ersten Mal seit der Teilung im Jahre 1138 wieder ein polnischer König gekrönt, Władysław Ellenlang (Łokietek). Seit dem Moment, bis zum 1734 war Krakau der Ort der Krönung der polnischen Könige. Im 14. Jahrhundert entstanden in den Vorstädten Krakaus zwei nächste Städte: im Süden Kazimierz (1335) und im Norden Kleparz (1366). Als die Hauptstadt einer der europäischen Mächte des 15. und 16. Jahrhunderts entwickelte sich Krakau hinsichtlich der Architektur, des Handels, des Handwerkes, der Kultur und der Wissenschaft sehr rapid. Das Schlosskomplex in Wawel wurde im Renaissance-Still ausgebaut. Die 1364 entstandene Universität wurde renoviert und ein Barbakan wurde gebaut.

 

Neuzeit (16. - 19. Jahrhundert)

Nach der polnisch-litauischen Union und dem Erstehen des Staates Polen-Litauen befand sich Krakau an der Grenze des großen Staates. Die Parlamente und Elektionen der neuen Monarchen fanden in Warschau, die ungefähr in der Mitte des Wegs zwischen den Hauptstädten des Königreichs Polen und Litauens lag, statt. Seit dem Jahre 1596 fing der Prozess des Umzugs des Königshofs von Zygmunt III Waza aus Krakau nach Warschau an, der um 1611 zu Ende war. Es gab aber kein Dokument, das den Umzug der Hauptstadt bestätigte. Die Kathedrale in Wawel blieb der Ort der Krönung und der Beerdigung der polnischen Könige, Krakau dagegen wurde zur Haupt- und Königsstadt. Noch viele Jahre später schrieb der türkische Wesir Kara Mustafa an den mit Wilanów verbundenen Jan III Sobieski: „ich werde Dein Krakau vernichten...".

Mit dem Untergang der Republik begann auch der Untergang Krakaus. Die Kriegszerstörungen schwächten die Position der Stadt und hemmten ihre Entwicklung. Zum ersten Mal wurde Krakau durch die fremde Armee 1655 zerstört, während der „Schwedischen Sintflut" (die Vorstadt litt aber schon 1587 während des Versuchs der Einnahme der Stadt vom Erzherzog Maximilian Habsburg).

Im 18. Jahrhundert wurde Krakau durch die preußische, schwedische, österreichische und russische Armeen erobert. Am 24 März 1794 schwörte dem Volk auf dem Krakauer Markt Tadeusz Kościuszko, der Aufstand fing damit an. Nach der dritten Teilung Polens wurde Krakau von den Österreichern erobert. Aleksander Rożniecki, Befehlshaber der Kavallerie nahm an der österreichisch - polnischem Krieg teil. Von Raszyn gelang er 14 Juli 1809 nach Krakau (ein Tag früher als Herzog Poniatowski) und bekämpfte die Österreicher vor dem Eintritt des Herzogs. 14. Oktober 1809 gemäß dem Traktat von Schönbrunn wurden Krakau und Podgórze an das Herzogtum Warschau als die Hauptstadt des Departements angeschlossen. In den Jahren 1815-1846 war Krakau die Hauptstadt des nicht großen, formal unabhängigen Staates - der Republik Krakau. In dieser Periode begann eine gründliche Modernisierung und Umbau der Stadt, die immer noch in der mittelalterlichen städtebaulichen Form steckte.

Die meisten Stadtmauer wurden vernichtet, der Graben zugeschüttet, auf dessen Ort wurde der Park Planty eingerichtet. Nach der „Krakauer Revolution", dem Waffenaufstand gegen die österreichische Dominanz, wurde die Stadt 1846 von den Österreichern annektiert, in dessen Grenzen sie bis zum Jahre 1918 blieb.

Der Name Republik Krakau wurde durch den neuen: Großherzogtum Krakau ersetzt. Seit dem Moment nutzte der österreichische Kaiser den Titel Großherzogtum Krakaus. Im Jahre 1850 vernichtete das große Feuer ca. 10% der Stadtfläche.

 

Die neuste Geschichte (das 20 - 21 Jahrhundert)

1915 wurde Krakau mit Podgórz (der 1784auf dem gegenüber liegenden Ufer der Weichsel  gegründeten Stadt) verbunden. Im Zwischenkriegszeit, bald nach dem Wiedergewonnen der Unabhängigkeit, wurde der Schloss Wawel als das repräsentative Gebäude der Republik von den Zentralmächten erkannt. Gemäß des Gesetzes von der Regierung aus dem Jahre 1921 wurde das urbanistische System Wawels zu einer der offiziellen Residenz des Präsidenten Polens. Bis heute wurde das Appartement des Präsidenten Polens Ignacy Mościcki erhalten. Die deutsche Armee eroberte die Stadt 6 Tage nach dem Beginn des 2. Weltkrieges. Während der deutschen Besatzung (1939-1945) funktionierte sie als die Hauptstadt des Generalgouvernements. Der deutsche Besatzer baute ein Ghetto, und dann ermordete die jüdische Bevölkerung der Stadt (vor dem Krieg bildeten die Juden 25% aller Stadtbewohner, nach dem Krieg ca. 2%). Viele Kunstwerke wurden nach Deutschland ausgeführt, von deren ein großer Teil nach Polen nie zurück kam. Krakau erlitt nicht große Verluste während der Bombardierung durch die Luftwaffen der Roten Armee. Am 18. Januar 1945 trat hier die russische Armee ein. Krakau war die einzige größere Stadt, die während des Krieges keine Einwohnerabnahme notiert hat, und im Jahre 1945 die größte Einwohnerzahl in Polen hatte.

In der Nachkriegszeit fand eine starke territoriale Entwicklung statt, die Einwohnerzahl nahm zu. 1951 wurde an Krakau Nowa Huta angeschlossen. Die Stadt sollte nach den ersten Plänen eine selbständige Stadt sein. Einer der historischen Orte in der Siedlung ist der Rathausplatz, wo laut der Konzeption des „sozialistischen Stadt" diese Institution stehen sollte.

 

Heutzutage ist Krakau einer der populärsten Orte in der Welt. Im Juni 2007 feierte die Stadt den 750. Jahrestag der Stadtortung. Trotz des immer größeren Kosmopolitismus bleibt Krakau immer noch der Inhaber des polnischen Staatswappens. Als die einzige Stadt in Polen hat Krakau Recht, in seinem Wappen das Staatswappen zu benutzen. Gemäß der heraldischen Symbolik haben nur die Hauptstädte diese Möglichkeit.

 

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