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Kornik

 

Die Entstehung des Schlosses Kornik reicht die Zeit des Mittelalters, als die Ortschaft Kornik der Familie Gorka gehörte einer bekannten Machthaberfamilie aus Großpolen. Der gemauerte Sitz von Nikolai Gorka (gest. 1439), auf Holzpfählen errichtet, wurde gegen 1430 fertig gestellt. Er besteht aus zwei parallelen Seitenflügeln, aus einem Turm an der nord-östlichen Ecke, Einfahrtstor an der südlichen Seite und aus dem mit dem Einfahrtstor angeschlossenen hölzernen Klappbrücke.

Der letzte von der Gorka-Familie - Stanislaus, baute das Schloss durch den Anbau eines neuen Seitenflügels an der nördlichen Seite aus. In dem so modernisierten Sitz empfing er Henryk Walezy, der 1547 nach Krakau zur Krönung eilte.

Die Güter in Kornik befanden sich dann im Besitz der Czarnkowski-, und ab 1610  der Grudzinski- Familie. 1623 waren hier der König Sigismund III. Wasa mit seiner Frau und mit dem Prinzen Wladyslaw zu Gast.

1676 wurde das Gut an den Zygmunt Dzialynski verkauft. Kornik blieb in den Händen der  Dzialynski-Familie bis zum Jahr 1880. Während dieser Zeit wurde das Schloss zweimal umgebaut.

Während der drei Viertel des XVIII. Jahrhunderts bildete Teofila Szoldrska-Potulicka, geb. Działynski ihren Sitz in eine barocke Residenz um. An der nördlichen Seite baute sie zwei Risalite mit kuppelförmigen Dächern mit dazwischen liegendem Giebel, eine neue Mauerbrücke und einen repräsentativen Hof mit Hofhäusern an. An der südlichen Seite gründete sie einen französischen Garten.

Der letzte Schlossumbau wurde in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts von dem damaligen Eigentümer der Schlossanlage Tytus Dzialynski durchgeführt. Tytus Dzialynski war ein bekannter Patriot, Teilnehmer des Novemberaufstandes in den Jahren 1830-31 und Verleger der Geschichtsquellen Polens.

Das Projekt für den Schlossumbau wurde für ihn von in Polen tätigen italienischen Architekten: Antonio Corazzi (1792-1877) und Henrico Marconi (1792-1863) sowie von einem deutschen Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) bearbeitet.
Bauarbeiten wurden in den Jahren 1843-61 nach dem Schinkelchen Projekt durchgeführt, dabei wurden jedoch auf Wunsch des Schlosseigentümers zahlreiche wesentliche Änderungen in das Projekt eingeführt, die dem Schloss den Charakter eines malerischen Wehrbauwerkes verliehen.

In der modernisierten Schlossanlage schuf Tytus Działynski eine Familienresidenz und unterbrachte hier seine Bibliothek mit alten polnischen oder sich auf Polen beziehenden Druckwerken, Karten und Manuskripten, sowie eine Sammlung von nationalen Andenken. Bei den Bauarbeiten setzte er örtliche Handwerker, vor allem aus Kornik, aber auch aus Poznan und umliegenden Städten ein.

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