Kalendarium des Lebens von Józef Piłsudski
5 XII 1867 - Geburt von Józef Piłsudski in Zułowo (Kreis Swenzian, 60 km von Wilna). Sein Vater - Józef Wincenty, verfügte über ein Landgut im Kreis Raseiniai. Während des Januaraufstandes war er ein Zivilkommissar der Nationalregierung auf dem Gebiet von diesem Kreis. Aufgrund der Repressionen nach dem Aufstand ist die Familie Piłsudski nach Zułowo umgesiedelt. Dieses Landgut war eine Aussteuer von Józefs Mutter - Maria, die aus einer alten polnischen Adelsfamilie Bilewicz in Samogitien stammte, die in „Potop" (Sintflut), dem Werk von Henryk Sienkiewicz, geschildert wurde. Maria hatte einen sehr großen Einfluss auf den Charakter und die Anschauungen des künftigen Ersten Marschall Polens. „Ziuk" wurde in einer patriotischen Stimmung und in Achtung vor Helden des Januaraufstandes erzogen. Er hatte ein zahlreiches Geschwister - 4 Schwestern und 5 Brüder:
- Helena (1864 - 1917),
- Zofia (1865 - 1935),
- Bronisław (1866 - 1918), der in 1887 zu 15 Jahren Katorga auf Sachalin verurteilt wurde und ein berühmter Ethnograf, Reisender und Forscher von Ainu-Kultur war.
- Adam (1869 - 1935), Senator und Vizestadtpräsident von Wilna,
- Kazimierz (1871 - 1941), Bank- und NIK-Angestellter (polnische Oberste Kontrollkammer), NKWD-Häftling,
- Maria (1873 - 1921),
- Jan (1876 - 1950), Minister für Staatsvermögen und Präsident der Polnischen Bank (Bank Polski), auch NKWD-Häftling,
- Ludwika (1879 - 1924),
- Kacper (1881 - 1915),
- Zwillinge - Teodora und Piotr, die im Babyalter gestorben sind.
1875 - Brand in Zułowo. Die Familie Piłsudski ist nach Wilna umgezogen. Das Landsgut in Zułowo wurde erneut infolge der Kriegshandlungen im Jahre 1915 zerstört, gebrannt durch deutsche Soldaten.
1887 - Józef Piłsudski beginnt seine Ausbildung im 1. Regierungsgymnasium in Wilna. Im Jahre 1888 hatte er gesamt mit seinem Bruder Bronisław die Zeitschrift „Gołąb Zułowski" herausgegeben. Seit 1882 war er an „Spójnia", der Veranstaltung für Selbstausbildung, beteiligt.
1. August 1884 - Tod der Mutter von Piłsudski. Am Anfang wurde sie im Familien-Landgut in Suginty und seit 1937 auf dem Rasos-Friedhof bestattet.
1885 - Piłsudski hat seine Abiturprüfung bestanden und das Studium auf der medizinischen Fakultät der Universität Charkiw begonnen. Zweimal verhaftet für die Teilnahme an den studentischen Demonstrationen verließ er diese Universität mit der Absicht, in der Universität Dorpat zu studieren. Wegen eines negativen Gutachtens seitens der Charkiw-Polizei wurde er aber nicht zugelassen. Nach der Rückkehr nach Wilna begann er, sich bei einer sozialistisch orientierten Untergrundbewegung zu beteiligen.
1887 - Verhaftung von Józef und Bronisław Piłsudski, die wegen der Teilnahme an der Vorbereitung des Attentats auf Kaiser Aleksandr III verurteilt wurden. Durch einen Zufall wurden die beiden Brüder in dieses Attentat verwickelt. Kanczer, der Mitglied einer terroristischen Vereinigung „Narodnaja Wola" aus Sankt Petersburg, sollte von Tytus Paszkowski, einem Apotheker aus Wilna, die für die Konstruktion der Bombe erforderlichen chemische Materialien abholen. Da er in Wilna niemanden kannte, nahm er von dem in Sankt Petersburg studierenden Bronisław Piłsudski die Adresse seiner Familie in Wilna. Józef hat sich auf Bruders Bitte mit Kanczer getroffen und ihm, ohne in die Details zu gehen, geholfen. Nach einer zufälligen Verhaftung der Verschwörer und aufgrund Kanczers Aussage wurden die beiden Piłsudski Brüder verhaftet. Bronisław wurde zu 15 Jahren Verbannung auf Sachalin und Józef zu 5 Jahren nach Sibirien verurteilt.
September 1887 - Beginn der Verbannung nach Sibirien. Anfang Oktober hat der damals 20-jährige Józef mit dem Weg von mehreren Tausend polnischen Verbannten Irkutsk erreicht. Zielort seiner Verbannung war Kirensk an der Lena. Als er im Irkutsk-Gefängnis auf das Einfrieren der Lena gewartet hatte, nahm er an dem Widerstand der Häftlinge teil und wurde dabei durch Wächter schwer zusammengeschlagen. Wegen der Teilnahme an dem Widerstand wurde er zu 6 Monaten Haft verurteilt. Die Strafe hat er in Kirensk verbüßt. Da er oft erkranken geworden ist, war er vor allem damals in dem Gefängniskrankenhaus. In Kirensk hat er den zur Katorga verurteilten Sozialist Stanisław Lande sowie seine Familie, darunter auch Leonarda Lewandowska - die erste Frau in seinem Leben, kennengelernt.
1890 - Aufgrund eines schlechten gesundheitlichen Zustandes haben die Behörden für die Versetzung nach Tunka (200 km von Irkutsk) zugestimmt, wo bessere klimatische Bedingungen herrschten. Dort lernte er viele politischen Verbannten kennen, darunter Bronisław Szwarce, den Mitglied des Zentralen Nationalkomitees (Centralny Komitet Narodowy) im Jahre 1862.
1. Juni 1892 - Rückkehr nach Wilna. Die Verbannung hat seinen Geist nicht gebrochen. Ganz im Gegenteil - diese hat seinen Charakter gestärkt und ihn in der Notwendigkeit der Kampf um Unabhängigkeit Polens bestärkt.
1893 - Nachdem Piłsudski von der polizeilichen Aufsicht befreit wurde, verreis er nach Warschau und tritt dort der Polska Partia Socjalistyczna (Polnische Sozialistische Partei, PPS) bei. Diese entstand durch die Vereinigung von dem Związek Robotników Polskich (Verband Polnischer Arbeiter) mit dem Proletariat II (2. Proletariat). Ein Jahr zuvor hat Pariser Kongress der Związek Zagraniczny Socjalistów Polskich (Vereinigung Polnischer Auslandssozialisten, ZZSP), auf Antrag von Bolesław Limanowski, den Kampf um Unabhängigkeit Polens in das Programm der Partei einbezogen. Auf dem 1. Kongress von PPS in Paneriai-Wälder bei Wilna hat Piłsudski die „litauische Gruppe" vertreten. Im Oktober dieses Jahres wurde er als Kamerad „Wiktor" zum Mitglied des Parteivorstandes.
Februar 1894 - Auf dem 2. Kongress von PPS wurde Piłsudski zum Mitglied von Centralny Komitet Robotniczy (Zentrales Arbeiterkomitee, CKR) gewählt (mit kleinen Abstanden wird er diese Funktion bis zum 1914 erfüllen). Er wurde auch zum Redakteur von „Robotnik" (Der Arbeiter) berufen. Dabei war er für den Druck, Publikation und Herausgabe verantwortlich. Zu seinen Mitarbeitern gehörten u. a. Aleksander Sulkiewicz und Stanisław Wojciechwski. Geheime Druckerei befand sich in Lipniszki 50 km von Wilna. Die erste Nummer von „Robotnik" wurde am 12. Juli 1894 herausgegeben.
1894 - Verlegung der Druckerei nach Wilna. In diesem Jahr ist Piłsudski nach Genf für den Kongress von ZZSP verreist, was sein erster Aufenthalt im Westen war. Nach Verhaftungen der führenden Parteimitglieder im August dieses Jahres wurde Piłsudski zur Hauptfigur der PPS. Dabei hat er sämtliche Formen der Parteiaktivität ausgeübt. Seine Publikationen hatten einen sehr großen Einfluss auf gesellschaftliche und politische Anschauungen mehrerer Polen. Zu seinen größten Verdiensten gehörte die Abgrenzung des polnischen Sozialismus von Einflüssen des Kommunismus und Orientierung dieser Bewegung nach Unabhängigkeit Polens.
1896 - Piłsudski hat an den Kongress der Zweiten Internationale in London teilgenommen. In dieser Zeit ist er oft nach Galizien und Westeuropa verreist.
15. Juli 1899 - Piłsudski heiratet Marią Juszkiewicz in Paproć Duża (Gouverment Łomża). Früher, das heißt am 24. Mai, hat Piłsudski vom Katholizismus zum Protestantismus konvertiert, weil Maria bereits geschieden war.
22. Oktober 1899 - Die Familie Piłsudski ist gesamt mit der Druckerei nach Lodz umgezogen. Neue Adresse klang: Wschodnia 19.
21./22. Februar 1900 - Zufällige Aktion der Polizei in der Wohnung der Familie Piłsudski und in der Druckerei. Polizei entdeckt neun Seiten der Nr. 36 von dem Zeitschrift „Robotnik". Verhaftung der Familie Piłsudski. Maria wurde kurz danach freigelassen und Józef wurde zur Zelle 39 des bekannten Pavillons X der Warschauer Zitadelle geworfen. Im Gefängnis hat er eine psychische Krankheit simuliert.
15. Dezember 1900 - Versetzung von Piłsudski zum psychiatrischen Krankenhaus in Sankt Petersburg. Sein Freunde aus PPS - Aleksander Sulkiewicz und Maria Paszkowska, bereiteten im Einvernehmen mit Władysław Mazurkiewicz, dem Krankenhausarzt, eine Flucht aus dem Krankenhaus vor.
14./15. Mai 1901 - Piłsudski flieht aus dem Krankenhaus. Gemeinsam mit Dr. Mazurkiewicz hatte er nach der Reise durch Tallinn, Riga, Polesia, Kiew und Zamość am 20. Juni seine Frau getroffen und die Grenze von Galizien in Rebizanty auf dem Gebiet von Roztocze überquert. Jan Miklaszewski, der Aufsichtsbeamte der Wälder, hat die Flüchtlinge durch diese Region geführt. Piłsudski verreiste zuerst nach Lemberg, nachher nach Krakau und schließlich nach London. Dort traf er zum ersten Mal Ignacy Mościcki und besuchte die Redaktion der Zeitschrift „Przedświt", die sich im Sitz des Auslandskomitees von PPS befand.
1902 - Rückkehr nach Krakau und nachher Reise nach Wilna wegen Beerdigung des Vaters. In Wilna lernte er Walery Sławek kennen.
1903 - Beginn des internen Konfliktes in der Partei im Hinblick auf Wahl der Priorität: Unabhängigkeit Polens oder Klassenkampf - Spaltung der Partei: die „Älteren" mit Piłsudski an der Spitze und die „Jungen".
1904 - Ausbruch des Russisch-Japanischer Krieges. Kontaktaufnahme der führenden Mitglieder von PPS mit japanischem Geheimdienst. Reise von Piłsudski und Tytus Filipowicz über die Vereinigten Staaten nach Tokio auf Einladung und Kosten der japanischen Regierung. Abschluss eines geheimen Abkommens über japanische finanzielle Unterstützung für PPS. Gegen finanzielle Mittel für den Waffenkauf sollen die PPS-Mitglieder Nachrichtendienste leisten. Das Abkommen versuchte Roman Dmowski untergraben.
5. März 1905 - Piłsudski stand an der Spitze der Abteilung für Konspiration und Kampf bei CKR, die zur Regierung der Kampf-Organisation (OSB) der PPS berufen wurde. Diese zählte ca. 6 Tsd. Mitglieder und hatte mehrere bravouröse Kampfaktionen zur Zeit der Revolution 1905-1907 durchgeführt.
Mai 1906 - Piłsudski lernte Aleksandra Szczerbińska, Mitglied von OSB und Kurierin zwischen Galizien und Kongresspolen, kennen.
19. - 22. November 1906 - 11. Kongress von PPS in Wien. Die „Jungen" haben den Beschluss über Auflösung der OSB überstimmt; Spaltung der Partei. Die „Älteren" mit Piłsudski an der Spitze gründeten PPS - Revolutionäre Fraktion und die „Jungen" PPS - Die Linke, die eine kommunistische Prägung hatte.
Juni 1908 - Aus Inspiration von Piłsudski wurde in Lemberg Związek Walki Czynnej (Verband des Aktiven Kampfes, ZWC) gegründet. Diese geheime, konspirative Militärorganisation sollte eine Schmiede für künftige Offiziere der polnischen Armee sein.
26. September - Militäraktion unter Piłsudskis Führung bei Bezdany in der Nähe von Wilna. 19 Kämpfer haben den Anschlag auf einen Postzug, der das Geld von Wilna nach Sankt Petersburg transportierte, durchgeführt. Mehr als 200 Tsd. Goldrubel wurden für die aufständische Tätigkeit geraubt. Unter Teilnehmer waren vier künftige Ministerpräsidenten Polens - Józef Piłsudski, Walery Sławek, Aleksander Prystor und Tomasz Aciszewski. Geraubtes Geld wurde durch Aleksandra Szczerbińska transportiert und versteckt.
1909 - Józef Piłsudski ändert seine bisherige Tätigkeit. Aufgrund der internationalen Situation und in Bezug auf seine Erfahrungen endet Piłsudski mit parteilicher Aktivität und konzentriert sich auf eine strikte Militärtätigkeit und Vorbereitung des Kaders der zukünftigen polnischen Armee auf den Unabhängigkeitskampf.
August 1909 -2. Kongress von PPS Revolutionärer Fraktion (letzter bis zum Kriegsausbruch) hat folgende CKR-Führung gewählt: Witold Jodko-Narkiewicz, Tytus Filipowicz und Józef Piłsudski. Rückkehr zum Parteinamen PPS.
1910 - Dank der Kooperation mit dem Nachrichtendienst von Österreich-Ungarn bekam Józef Piłsudski die Zustimmung für Gründung der Schützen-Regimente auf Basis des österreichisch-ungarischenn Rechts. In Lemberg wurde „Związek Strzelecki" („Schützenverband") und in Krakau „Strzelec" („Schütze") gegründet.
1911 - Entstehung von weiteren Paramilitärorganisationen: pronationale „Drużyny Strzeleckie" („Polnische Schützenabteilungen") als Feststellung der geheimen Polnischen Armee, „Drużyny Bartoszowe" („Bartosz Brigaden"), „Drużyny Podhalańskie" („Podhale Brigaden"). Die Turnbewegung „Sokol" („Falke") entwickelt sich rasch. Es werden militärische Schulungen und Aufgaben sowie Vorträge aus dem Bereich der Militärtheorie durchgeführt. Piłsudski fängt selbst das Studium im Bereich der Kriegs- und Militärgeschichte an und führt Vorträge u. a. im Hinblick auf die Militärgeschichte des Januaraufstandes. Aleksandra Szczerbińska arbeitet dagegen als Instrukteurin der Frauensektion des Schützenverbandes.
1912 - Piłsudski wurde zum Hauptkommandanten von ZWC und Kazimierz Sosnkowski zum Stabschef gewählt.
25. - 26. August - Auf dem Kongress der Unabhängigkeitsaktivisten in Zakopane wurde aus Initiative von Piłsudski der Polnische Militärstab gegründet.
10. November - Auf dem Kongress der politischen Aktivisten, mit Teilnahme von PPS, PPSD (Polnische Sozialdemokratische Partei Galiziens und Tschechischer Schlesiens), Polskie Stronnictwo Postępowe (Polnische Fortschrittspartei), Narodowy Związek Chłopski (Nationaler Bauerbund), Narodowy Związek Robotniczy (Nationaler Arbeiterbund), Związku Narodowego Inteligencji (Nationalverband der Intelligenz) und „Zarzewie", wurde Tymczasowa Komisja Skonfederowanych Stronnictw Niepodległościowych (Vorläufige Kommission der Vereinigten Unabhängigkeitsparteien, TKSSN) gegründet.
1. Dezember - TKSSN hat Piłsudski zum Kommandanten der Militärkräfte und Kazimierz Sosnkowski zum Stabschef gewählt.
1913 - Große Militärmanöver bei Lemberg zum Jahrestag des Januaraufstandes mit Teilnahme von ein paar Tausend Schützen unter Piłsudskis Führung.
21. Februar 1914 - Piłsudski hält die berühmte Vorlesung im Raum der Geografischen Gesellschaft in Paris. Zu Themen seiner Vorlesung gehörten u. a. die Prognosen zur Entwicklung der Situation nach Ausbruch des europäischen Krieges.
2. August - Mobilmachung der vereinigten Truppen des Schützenverbandes und der Polnischen Schützenabteilungen in Krakauer Oleandry. Eine 7-Personen-Pferd-Patrouille unter Führung von Władysław Belina-Prażmowski wurde nach Kongresspolen geschickt.
3. August - Gründung von 1. Kaderkompanie, die aus 144 Schützen unter Führung von Tadeusz Kasprzycki bestand. Mystifizierung mit vermeintlicher Gründung der Nationalregierung in Warschau, die Piłsudski zum Kommandanten der polnischen Militärkräfte wählen sollte. Das Ziel war die Unabhängigkeit Piłsudskis von den Politikern aus Galizien.
6. August - Abmarsch der Kaderkompanie aus Krakauer Oleandry. Abschaffung der Grenzposten in Michałowice (am 11. November 1936 wurde dort ein Gedenkobelisk eingemauert).
12. August - Piłsudski mit 400 Schützen ist in Kielce einmarschiert. Passivität der Gesellschaft von Kongresspolen. Unmut zu einer Militäraktion gegen Russland hat die aufständischen Pläne unmöglich gemacht.
16. August - Aus Initiative der Galizien-Politiker entsteht in Krakau Naczelny Komitet Narodowy (Oberstes Nationalkomitee, NKN) mit einem Militärdepartement unter Führung von Władysław Sikorski. Man beschloss über die Gründung von Polnischen Legionen bei Österreich-Ungarn. Józef Piłsudski erhielt die Befehlsgewalt über 1. Regiment der Polnischen Legionen.
22. Oktober - Auf Piłsudskis Befehl wurde Polska Organizacja Wojskowa (Polnische Militärorganisation, POW) gegründet, zu deren Aufgaben Sabotage und Diversion auf dem Gebiet von Kongresspolen gehörten.
15. November - Auf Befehl vom Oberbefehlshaber Erzherzog Franz Ferdinand wurde Piłsudski zum Brigadier (ähnlich wie der Obersts) ernannt. Dieser Dienstgrad wurde durch die Österreicher speziell für ihn erschafft.
19. Dezember - Das 1. Regiment wurde zur 1. Brigade der Polnischen Legionen mit Józef Piłsudski als Kommandant und Kazimierz Sosnkowski als Stabschef umgewandelt. Die Truppen von Piłsudski haben im Jahre 1914 an folgenden Schlachten teilgenommen: Czarkowy, Chęciny, Brzegi, Ruszcza, Koprzywnica, Gniewoszowice, Siewce, Sambor, Anielin, Laski, Nowy Korczyn, Opatowiec, Krzywopłoty, Dobro, Limanowa, Marcinkowice, Łowczówek.
1915 - Die Schlachten der 1. Brigade an der Nida, bei Konary, Ożarowo, Tarłowo; in der Lubliner Region: bei Jastkowo, Józefowo, Wola Krasienińska, Kamionka; auf dem Gebiet von Wolhynien: bei Kukle, Kamieniucha, Kostiuchnówka. Konflikt zwischen Piłsudski und dem proösterreichischen NKN und Komenda Legionów (Kommandantur der Legionen) im Hinblick auf die Abhängigkeit der Legionen von Österreich-Ungarn.
November - Die Deutschen verhaften Aleksandra Szczerbińska für ihre Aktivität im Rahmen der POW. Laut dem Befehl von Piłsudski warb sie für die Unterbrechung der Anwerbung zu den Legionen zum Vorteil des Ausbaus von POW. Sie wurde in Szczypiorno und Lubań in Schlesien festgehalten. Am 3. November 1916 wurde sie freigelassen.
28. Februar 1916 - Piłsudski konvertiert zum Katholizismus zurück.
4. - 7. Juli - Der Schlacht bei Kostiuchnówka. Der Größte Schlacht der Polnischen Legionen.
29. Juli - Aufgrund kein Zugeständnis seitens der Mittelmächten hat Piłsudski als Befehlsgeber der 1. Brigade zurückgetreten. Sein Rücktritt wurde am 26. November 1916 angenommen.
11. Januar 1917 - Piłsudski übernimmt die Führung über Komisja Wojskowa Tymczasowej Rady Stanu Królestwa Polskiego (Militärkommission des Vorläufigen Staatsrates der Kongresspolens), die am 6. Dezember 1916 gemäß dem Rechtsakt, durch die Kaiser von Deutschem Reich und Österreich-Ungarn erlassen wurde. Piłsudski verlangte von den Mittelmächten im Bereich der Gründung der polnischen Armee weit gehende Zugeständnisse, darunter auch Berufung einer polnischen Regierung und Übergabe an sie Machtkompetenzen.
2. Juli - Piłsudski tritt von dem Vorläufigen Staatsrat zurück.
9. Juli - Eideskrise - die Legionäre der 1. und 3. Brigade haben auf Befehl von Piłsudski das Schwören des Treueides den Kaisern von Österreich und Deutschland gegenüber abgelehnt. 3300 Legionäre aus Kongresspolen wurden in Beniaminowo, Łomża und Szczypiorno interniert, 3500 aus Galizien wurden zur österreichischen Armee eingezogen und nach Italien geschickt. Die Legionäre aus der 2. Brigade (7,5 Tsd.) haben den Treueid geleistet und wurden als Polski Korpus Posiłkowy (Polnisches Verstärkungskorps) der Österreich zur Verfügung gestellt und nach Bukowina geschickt. Aus den Legionären, die aus Kongresspolen stammten, wurde Polska Siła Zbrojna (Polnische Wehrmacht) gegründet.
13./14. Juli - Verhaftung von führenden POW-Mitgliedern, darunter Walery Sławek, Wacław Jędrzejewicz, Stefan Pomarański.
21./22. Juli - Verhaftung von Józef Piłsudski und Kazimierz Sosnkowski durch die Deutschen. Piłsudski wird in Danzig, Spandau bei Berlin, Wesel an dem Rhein und im Gefängnis in Magdeburg festgehalten.
7. Februar 1918 - Aleksandra Szczerbińska bringt in Warschau Wanda, die Tochter von Piłsudski, zur Welt.
8. November - Nach dem Ausbruch der Revolution in Berlin werden Piłsudski und Sosnkowski aus der Haft in Magdeburg entlassen. Sie werden nach Berlin gebracht und von dort mit einem speziellen Zug nach Polen transportiert.
10. November 1918 (Sonntag) um 19.00 Uhr - Piłsudski ist zum Wiener Bahnhof in Warschau angekommen.
11. November - Rada Regencyjna (Regentschaftsrat) übergibt Piłsudski den Oberbefehl über polnische Armee. Polnische Regierung in Lublin unter Führung von Ignacy Daszyński sowie lokale Behörden unterordnen sich Piłsudski.
14. November - Der Regentschaftsrat trug der zivilen Macht an Piłsudski über und wurde ausgelöst. Piłsudski nahm Verhandlungen mit dem deutschen Soldatenrat vor und schloss ein Abkommen in Bezug auf Evakuierung der deutschen Truppen aus Kongresspolen ab.
16. November - Józef Piłsudski sendet eine Note an die Alliierten und verkündet die Entstehung des polnischen Staates.
18. November - Piłsudski beruft die Regierung mit Jędrzej Moraczewski als Ministerpräsident - erste zentralisierte Regierung des unabhängigen polnischen Staates.
22. November - Kraft des Dekrets übernimmt Piłsudski die höchst Macht im Staat als Tymczasowy Naczelnik Państwa (Vorläufiger Staatschef), bis zur Berufung einer Konstituante. Durchführung von wichtigsten Aufgaben im Bereich der Gründung der Strukturen des Staates, der polnischen Armee, der Umstellung mit Truppen von gefährdeten Regionen (Lemberg und Ostgalizien), Vereinbarung mit Komitet Narodowy Polski (Polnisches Nationalkomitee, KNP) unter Führung von Roman Dmowski in Paris - um Polen eine eindeutige Repräsentation auf der internationalen Ebene, vor Alliierten, zu gewährleisten.
5. Januar 1919 - Gescheiterter Staatsstreich und Versuch der Machtübernahme seitens der Endecja (Nationale Demokratie), organisiert durch Marian Januszajtis und Pfarrer Eustachy Sapiecha.
20. Februar - Der am 10. Februar einberufene verfassunggebende Sejm übergibt Józef Piłsudski gemäß „kleiner Verfassung" die Amt des Staatschefs (Naczelnik Państwa), bis zur Verabschiedung einer Verfassung.
19. April - Expedition von polnischen Truppen unter Führung von Piłsudski nach Wilna. Am 21. April ist Piłsudski in die von den Bolschewiken befreite Stadt Wilna angekommen.
14. Mai - 17. Juli - Piłsudski führt die Befreiung von Ostkleinpolen aus der ukrainischen Macht an. 17. Juli - Polnische Truppen haben den Fluss Sbrutsch erreicht und damit den Krieg mit Ukraine gewonnen.
28. Februar 1920 - Geburt von Jadwiga, zweiter Tochter von Piłsudski.
19. März - Verleihung des obersten Militärauszeichnung, des Titels eines Ersten Marschalls Polens. Den Marschallstab bekam er am 14. November 1920.
21. April - Politisches Abkommen und am 24. April eine Militärkonvention mit Symon Petljura, dem ukrainischen Ataman.
25. April - Begin der Militäraktion durch das polnische Heer. Am 7. Mai wurde Kiew besetzt.
6. Juni - Bruch der polnischen Front im Süden durch die 1. Reiterarmee von Semjon Budjonny.
4. Juli - Große Militäroffensive im Norden, geführt von Michail Tuchatschewski. Rückzug der polnischen Armee auf der ganzen Front.
1. Juli - Berufung von Rada Obrony Państwa (Rat für die Staatsverteidigung) unter Führung von Piłsudski als Staatschef, die die Kompetenzen des Sejms im Hinblick auf den Krieg übernahm.
5. - 6. August - Piłsudski bereitet den Plan der Schlacht bei Warschau, der die Gegenoffensive bei dem Fluss Wieprz umfasste.
13. - 16. August - Schlacht in der Vorstadt von Warschau der Truppen unter Führung von Józef Haller und der 5. Armee von Władysław Sikorski an dem Fluss Wkra.
16. August - Begin der Gegenoffensive bei dem Fluss Wieprz. Płsudski plante ein Napoleon-Manöver, das zum Schlagen der sowjetischen Truppen führte. Diese Operation wurde als „Wunder an der Weichsel" genannt und wird als eins der größten Siege des polnischen Heers sowie als eine 18. wichtigste Schlacht in der Weltgeschichte betrachtet.
20. - 26. November - Sieg der Armee von Piłsudski in der Schlacht an der Memel - sowjetische Armee wurde geschlagen und die bolschewikische Regierung wurde zu Friedensverhandlungen gezwungen.
8. Oktober - General Lucjan Żeligowski hat auf Inspiration von Piłsudski Wilna eingenommen. Gründung des „Mittellitauens".
1. - 6. Februar 1921 - Piłsudski besucht Frankreich, um einen politischen Vertrag und ein Militärabkommen zu vorbereiten.
3. März - Aus Piłsudskis Initiative wurde eine Militärallianz mit Rumänien abgeschlossen.
17. März - Verabschiedung der sog. Märzverfassung, die die Kompetenzen von künftigen Präsidenten Polens beschränkte (die Opposition hat gefürchtet, das Piłsudski dieses Amt bekleiden wird).
18. März - Unterzeichnung in Riga eines Friedensvertrages mit Sowjetunion, Ende des Krieges. Föderationskonzept von Piłsudski ist gescheitert.
28. April - Piłsudski erhält den Titel des Ehrendoktors des Rechts von der Jagiellonen-Universität. Am 2. Mai bekommt erhält er ähnlichen Titel aus der Medizin seitens der Universität Warschau und im September seitens der Stefan-Batory-Universität in Wilna.
5. Mai - Teilnahme an Feierlichkeiten in Warschau anlässlich des 100. Jahrestages des Todes von Napoleon.
17. August - In Krakau stirbt die erste Frau von Pilsudski - Maria.
25. November - Stefan Fedak, ein Mitglied von Ukraińska Wojskowa Organizacja (Ukrainische Militärorganisation) führt in Lemberg ein gescheitertes Attentat auf Piłsudskis Leben, wofür er zu 6 Jahren Haft verurteilt wird.
25. Oktober - Hochzeit mit Aleksandra Szczerbińska
12. - 15. November 1922 - Auf Einladung des Königs Ferdinands besucht er Rumänien.
4. Dezember - Piłsudski lehnt die Möglichkeit, sich um Amt des Präsidenten Polens zu bewerben, ab.
14. Dezember - Übergabe der Staatsgewalt an dem am 9. Dezember neu gewählten Präsidenten Polens Gabriel Narutowicz.
16. Dezember - Ermordung des Staatspräsidenten Narutowicz durch den mit Endecja verbundenen Eligiusz Niewiadomski. In Polen wurde der Ausnahmezustand eingeführt und Piłsudski hat das Amt des Generalstabschefs übernommen.
14. April 1923 - Piłsudski wurde mit dem Orden „Virtuti Militari" ausgezeichnet. Diese wurde ihm durch den Staatspräsidenten auf Antrag des Militärministers und des Ehrenausschusses des Ordens verliehen.
4. Mai - Auszeichnung des Marschalls Frankreichs Ferdinand Foch mit dem Orden „Virtuti Militari".
9. Mai - Piłsudski trat von dem Amt des Generalstabschefs zurück.
28. April - Nach dem Warschaubesuch des Rumänienkönigs Ferdinand liegt Piłusdski sein Vorsitz in der Ścisła Rada Wojenna (Enger Kriegsrat) nieder - was seine letzte staatliche Funktion war. An diesem Tag hat der Sejm beschlossen, dass „der Marschall Józef Piłsudski als Staatschef und Befehlshaber sein Dienst gegenüber der Nation erfüllt hat". Piłsudski ist in eine Villa in Sulejówek unter Warschau, die ihm durch die Armee geschenkt wurde, umgezogen.
1924 - Aufenthalt in Sulejówek; Vorlesungen, Publikationen - darunter auch „Das Jahr 1920"; Beteiligung an dem Legionenkreis.
15. November 1925 Demonstration zur Unterstützung „des Marschalls", die durch die Offiziere in Sulejówek organisiert wurde; Rede des Generals Gustaw Orlicz-Dreszer.
12. Mai 1926 - Staatsstreich, sog. Maiumsturz - Marsch auf Warschau von Piłsudskis Anhänger aus Rembertowo. Um 16 Uhr 30 trifft sich Piłsudski auf der Poniatowski-Brücke mit dem Staatspräsidenten Stanisław Wojciechowski. Wegen Misserfolg der Verhandlungen brechen Kämpfe am 15. Mai in Warschau aus. Waffenstillstand nach dem Rücktritt von Stanisław Wojciechowski und dem Kabinett von Wincenty Witos. Machtübernahme durch Piłsudski.
15. Mai - Berufung des Kabinetts von Kazimierz Bartel. Piłsudski übernimmt das Amt des Ministers für die Militärangelegenheiten (dieses Amt hat er bis zum Tod und in allen Kabinetten eingenommen).
31. Mai - Sejm wählt Piłsudski zum Amt des Staatspräsidenten; er nimmt diese Funktion nicht an und schlagt die Kandidatur von Prof. Ignacy Mościcki vor. Dieser wird nachher durch den Sejm gewählt.
6. August - Gemäß dem Dekret des Staatspräsidenten übernimmt Piłsudski die Funktion des Generalinspektors der Streitkräfte (Generalny Inspektor Sił Zbrojnych), der im Falle eines Krieges zum Oberbefehlshaber wird.
2. Oktober 1926 - 27. Juni 1928 - Als Ministerpräsident steht Piłsusdski an der Regierungsspitze.
28. Juni 1927 - Aus Piłsudskis Initiative wurden die sterblichen Überreste von dem Nationaldichter Juliusz Słowacki im Wawel beigesetzt. Für seine bewegende Rede in der Kathedrale erhielt er von der Polska Akademia Literatury (Polnische Akademie für Literatur) im Jahre 1933 die Ehrenmitgliedschaft.
7. - 12. Dezember - Reise nach Genf für die Tagung des Völkerbundes, um die polnisch-litauenische Beziehungen zu regeln.
20. August - 2. Oktober 1928 - 6-Wochen von einem Erholungsurlaub in Târgoviste unter Bukarest und Staatsbesuch in Rumänien.
25. August - 4. Dezember 1930 - Piłsudski wird erneut zum Ministerpräsidenten. 9./10. November - 14 Anführer von dem oppositionellen „Centrolew" (Mitte-Links-Block) werden verhaftet. Das Militär schlägt die Terrorbewegung der ukrainischen Nationalisten in Ostgalizien nieder.
15. Dezember 1930 - 29. März 1931 - Erholungsurlaub auf Madeira.
11. - 29. 1931 - Rumänienbesuch und Erholung in Constantza.
1. März - 22. April 1932 - Reise nach Ägypten durch Rumänien, Griechenland und Türkei.
25. Juli - Im Rahmen der „Gleichgewichtspolitik" wurde der polnisch-sowjetischer Nichtangriffspakt abgeschlossen.
6. Oktober 1933 - Große Kavallerieparade in Krakau zum 250. Jahrestag des Wiener Entsatzheers.
11. September - Ehrendoktorwürde der Universität in Posen.
26. Januar 1934 - Im Rahmen der „Gleichgewichtspolitik" wurde in Berlin deutsch-polnischer Nichtangriffspakt unterzeichnet.
15. Juni - Ermordung des Innenministers Bronisław Pieracki durch die ukrainischen Nationalisten. Aus diesem Grund wurde in Bereza Kartuska zur Sicherung der Sicherheit und Ordnung ein Isolationslager für die bedrohenden Personen errichtet (in Bezug auf einen Verwaltungsbeschluss wurden dort vor allem ukrainische Nationalisten und Kommunisten festgehalten). Piłsudski stimmte für die Existenz des Lagers für ein Jahr lang zu (dieses bestand bis zum Jahre 1939).
1935 - Krankheit von Piłsudski - am 19. Februar stellte der Prof. Wenckenbach aus Wien ein fortgeschrittenes Stadium von dem Magenkrebs mit Metastase im Leber fest.
12. April - Unterzeichnung der neuen Verfassung (ist am 23. April in Kraft getreten) - letzter Unterschrift des Marschalls.
12. Mai um 20 Uhr 45 - Der Marschall stirbt im Belweder.
13. - 14. Mai - Sarg mit Leiche von Piłsudski wurde im Belweder aufgestellt.
15. Mai - Transportierung des Sarges in die Warschauer Johannes-Kathedrale.
17. Mai um 10 Uhr - Eine durch den Kardinal Aleksander Kakowski gelesene Messe. Um 12 Uhr ist der Trauerzug mit dem Sarg von Piłsudski nach Pole Mokotowskie (Feld von Mokotów) gestartet. Dort um 14 Uhr 30 fand das letzte Defilee vor dem Marschall statt. Am Abend ist ein spezieller Zug mit dem Sarg nach Krakau abgefahren. Er war die ganze Nacht lang beleuchtet und wurde von einer Menge Polen verabschiedet.
18. Mai - Trauerfeier in Krakau. Um 8 Uhr 30 startete der Trauerzug, geführt von Krakauer Kardinal Adam Sapieha, nach Wawel. Der Sarg mit Piłsudskis Leiche wurde in der Leonhardskrypta bestattet.
12. Mai 1936 - Trauerfeier zur Bestattung des Herzens von Piłsudski im Grabmal auf dem Rasos-Friedhof in Wilna, wo bereits Früher die sterblichen Überreste seiner Mutter gebracht wurden.
23. Juni 1937 - Eigenwillige Versetzung des Sargs des Marschalls durch den Kardinal Sapieha in die Krypta unter dem Turm der Silbernen Glocken. Das Oberste Gedächtniskomitee unter Führung von General Bolesław Wieniawa -Długoszowski begann Arbeiten an Vorbereitung eines Sarkophags für den Marschall. Diese wurden aufgrund des Krieges unterbrochen. Der Sarkophag ist bis zu heutigem Tag nicht entstanden.
Jan Rećko
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