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Goluchow

 

Das Schloss in Gołuchów war ursprünglich ein gemauertes Wehrgebäude der Frührenaissance, mehrgeschossig, auf rechteckigen Grundriss, mit Basteien in allen Ecken, es wurde 1550-1560 für Rafał Leszczyński (Starost von Radziejów und Woiwode von Brześć Kujawski) in Gołuchów errichtet. Im Auftrag von Wacław Leszczyński, Woiwode von Kalisz und Großkanzler der Krone (Sohn von Rafał Leszczyński, der das Schloss 1592 geerbt hat) wurde das Schloss 1600-1619 modernisiert. Es wurde ein Wohngebäude in der Nähe des originalen Hofes angebaut und mit Flügeln verbunden und eine Arkadenloggia in der Eingangsfassade errichtet. Dem Schloss wurde dann der Charakter einer Magnatenresidenz im Renaissance-Manierismus-Stil verliehen.

 

1695 verkaufte die Familie Leszczyński Gołuchów an die Familie Suszek. Das Schloss wechselte dann Eigentümer noch mehrmals (Familien Górowski, Chlebowski, Swinarski, Suchorzewski) und verfiel allmählich zur Ruine. 1856 (laut einigen Quellen 1853) kaufte Tytus Działyński das, was aus Gołuchów übrigblieb, mit dem Ziel, dort künftig eine Residenz der Neuvermählten zu schaffen, da die Vermählung seines Sohns Jan Kanty mit Izabella Działyńska von der Familie Czartoryski (die Tochter vom Fürsten Adam Jerzy Czartoryski) bevorstand. Das war eine arrangierte und weiße Ehe.

 

Da Jan Działyński den Januaraufstand auf den Gebieten der Woiwodschaft Großpolen finanzierte und organisierte, zwang ihn die Niederschlagung des Aufstands und die Verurteilung in Abwesenheit, die gegen ihn durch preußische Behörden gefällt wurde (aufgehoben erst 1871) ins Exil zu gehen. Um das Schloss gegen die Beschlagnahme zu sichern, kaufte Izabella formell das Schloss von der Familie Działyński ab (das Schloss war de facto ein Pfand für Darlehen, die die Familie Czartoryski an Działyński gewährte) und 1875-1885 wurde ein gründlicher Wiederaufbau verbunden mit einer Sanierung durchgeführt. Der Umbau wurde teilweise nach Skizzen von Eugène Viollet-le-Duc und dem polnischen Architekten Zygmunt Gorgolewski gemacht. Der Autor des endgültigen Projekts war Franzose Maurice August Ouradou.

 

Bei dem Umbau wurde auf die Wiederaufbau des ältesten Schlossteils verzichtet und dadurch wurde der Blick auf das Arkadenschlosshof eröffnet. Es wurden Marmorkamine, Fensterumrahmungen und Mosaiken eingebaut, die aus Italien, Frankreich, Spanien eingeführt und am Ort reproduziert wurden. Das Schloss verlor nicht an seinen originalen Renaissancemerkmalen und gewann zugleich einen romantischen Charakter.

 

Bei Ausstattung und Inneneinrichtung betonte Izabella Beziehungen von Gołuchów zum Geschlecht Leszczyński, indem sie Wieniawa (das Wappen der Familie Leszczyński), oft mit einer Krone, an vielen sichtbaren Orten, u.a. über Kamine hängen ließ. Paradoxerweise hielt der König Stanisław Leszczyński nie in Gołuchów auf.

 

Das Schloss ist mit einem Englischen Park (162 ha) umgeben, der von Adam Kubaszewski entworfen wurde und viele rare und exotische Bäume enthält (das ist ein Zeugnis der dendrologischen Leidenschaft der Familie Działyński, die sich voll in Kórnik bekundet). Im Park gibt es auch ein Mausoleum - eine Grabkapelle (früher die Johannes-der-Täufer-Kapelle), in der die Stifterin, Elżbieta Izabella Działyńska von der Familie Czartoryski ruht.

 

Im umgebauten Schloss stellte Izabella ihre Sammlung der Kunstwerke aus und widmete das Schloss für ein allgemein zugängliches Museum, sie selbst zog zu dem Seitenflügel (früher eine Brennerei), dem sog. Czartoryski-Palais.

 

fot. www.pl.wikipedia.org

 

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