Der Name „Gniew" erschien in Schriftquellen in der ersten Hälfte des 13. Jh. Die Geschichte des Gebietes, wo sich heutzutage die Stadt befindet, ist mit der Altgeschichte von Pommern verbunden. Die archäologischen Ausgrabungen bestätigen, dass an der ehemaligen Bernsteinstraße, die durch Kaufleute aus Rom nach Baltikum durchwanderten, mehrere Burgen und Ansiedlungen existierten.
Im Jahre 1282 wurde das Land Mewe durch den Deutschen Orden besetzt. Es war das erste Eigentum des Ordens auf der linken Seite der Weichsel und ein bedeutender Stützpunkt für Erweiterung der Beziehungen. Die Burg selbst wurde um die Wende vom 13. zum 14. Jh. als Sitz des Konvents und des Komturs errichtet. Zur Zeit des Deutschordensstaates war sie ein politisches und wirtschaftliches Zentrum der Kommende. Trotz einer weiten Selbstständigkeit der Stadtbehörden hat der Deutsche Orden über die Stadt geherrscht. Strategische Lage ermöglichte Kontrolle über Land- und Wasserwege und bestimmte die einzigartigen Militäreigenschaften des Konventshauses und des Wehrsystems der Stadt und der Burg. Wirtschaftliche Rolle dieser Region spiegelte sich in den auf dem Gebiet der Stadt, des Hafens, der Vorburg und der Vorstadt lokalisierten Anlagen wider. Zu diesen gehörten: Speicher, Pferdeställe, Vorwerke und Brauereien.
Zur Zeit der polnischen Herrschaft (1466 - 1772) war die Burg der Sitz der Starosten. Die Starostei Gniew gehörte den Familien Radziwiłł, Zamojski und Lubomirski. Seit 1667 amtierte dort als Starost der spätere König Polens - Jan III. Sobieski. Nach seinem Tod hat seine Frau Maria Kazimiera die Burg verwaltet.
Als Ergebnis der Teilung Polens in 1772 wurde Gniew gesamt mit Pommerellen an das Königreich Preußen angeschlossen. Die preußischen Behörden begannen mit einem weitverbreiteten Abbau oder gründlichen Umbau der ehemaligen Ordensburgen. Dieses Schicksal passierte auch der Burg in Mewe. Zuerst diente sie als eine Kaserne, obwohl sie an diese Funktion nicht angepasst war. Im 19. Jh. wurde sie eher als Speicher benutzt. Ein weiterer Umbau wurde in 50er Jahren des 19. Jh. vorgenommen und die Burg diente danach als ein Gefängnis für die Wiederholungstäter. Während der Renovierungsarbeiten hatte man das Kapellengewölbe sowie die Spitzbogenfensteröffnungen in der Südfassade rekonstruiert und dadurch das Aussehen der Südteil der Burg wesentlich verbessert. Auch die Seitentürme wurden wiederaufgebaut.
In 1920 befand sich Mewe wieder unter polnischer Herrschaft, als die polnischen Truppen unter Führung von General Josef Haller in die Stadt einmarschierten. Im Jahre 1921 ist in der Burg in ungeklärten Umständen ein großer Brand ausgebrochen, der drei Flügel vollkommen verbrannte. Der Wiederaufbau erfolgte in zwei Etappen. Die Erste fand zwischen 1968-1974 statt. Die Zweite begann in 1992 und dauert bis heute.
Die Burg dient zurzeit als Sitz der Stiftung Burg in Mewe, der Abteilung des Archäologischen Museums in Danzig, des Jägerzentrums. Es befinden sich dort auch solche historische Darstellungsgruppen wie: "Konfraternia Świętego Wojciecha", "Żółty Regiment Piechoty Alarmtech".
Die hier seit 1992 organisierten Veranstaltungen, historische Darstellungen sowie Ritterturniere haben die Burg in Mewe zu einem bedeutenden Bildungszentrum über die Geschichte Polens gemacht. Ein ganzes Jahr lang werden in der Burg im Auftrag von Firmen und Reisebüros verschiede Konferenzen, Integrationstreffen, Schulungen, Bankette sowie historische Festessen organisiert. Dadurch können die Gäste eine unvergessliche „Reise in die Vergangenheit" von 15., 17. oder Anfang 20. Jahrhundert erleben. Für organisierte Jugendgruppen bietet die Burg Bildungswochen, ein- oder mehrtägige Aufenthalte mit „lebendigen Geschichtsunterrichten" und dem Besuch „des Geistes der Burg in Mewe", Winterferien- und Sommerferienlager mit Magie und Zauberei sowie viele anderen Attraktionen an.





