Die Königsburg Bobolice wurde unter König Kasimir dem Großen in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet, höchstwahrscheinlich um die Jahre 1350 - 1352. Sie gehörte zum System der Adlerhorste genannten königlichen Wehrburgen, welche die Westgrenze des polnischen Staats zu Schlesien schützten.
Die Konstruktion des Schlosses stützte sich auf einen hohen Felsen, auf dem ein runder Bergfried errichtet wurde. Dieser ausgezeichnete Aussichtspunkt ermöglichte den Kontakt mit den Rittern in der benachbarten Zwillingsburg Mirów. Im Jahr 1370 übertrug König Ludwig von Ungarn anlässlich seiner Krönung zum polnischen König Bobolice seinem Neffen Ladislaus von Oppeln, der sie wiederum im 1379 an seinen Gefolgsmann, den Ungarn András Schoeny aus Barlabás weitergab. Dieser stationierte auf der Burg eine Besatzung, die Raubüberfälle auf vorüberziehende Kaufleute und die Bewohner der Umgebung verübten. Schließlich wurde Bobolice von König Ladislaus Jagiełło 1391 mit Waffengewalt zurückerobert und wieder in die königlichen Güter eingegliedert.
In der Folgezeit wechselte die Burg wiederholt ihren Besitzer. Sie gehörte den Adelsgeschlechtern Szafraniec, Trestek, Kreza und später den Familien Chodakowski, Męciński und Myszkowski. Während des Überfalls von Erzherzog Maximilian III. von Habsburg wurde die Burg erstmals erobert und erheblich beschädigt, bald aber von einem polnischen Heer unter dem Befehl von Großhetman Jan Zamoyski zurückerobert und wiederaufgebaut.
Die Blütezeit der Burg dauerte bis 1657, als sie von den Schweden stark zerstört wurde. Nach dem Ende der Schwedenkriege verfiel die Burg im 17. und 18. Jahrhundert zusehends. Als König Johann III. Sobieski auf dem Weg nach Krakau, wo sich das Heer für den Entsatz von Wien sammelte, in Bobolice Quartier aufschlug, musste er im Zelt übernachten. In seiner Begleitung befand sich damals wohl auch Hrehory Lasecki, der für seine Treue zur Rzeczpospolita, der polnisch-litauischen Adelsrepublik, von den Moskowitern ins Gefängnis gesteckt worden war und für den sich der König persönlich eingesetzt hatte.
Im 17. Jahrhundert war die Burg nur teilweise bewohnt. Eine Inventarliste aus dem Jahr 1700 belegt ihren schlechten Zustand. Versuche, die Burg zu retten, blieben fruchtlos – Bobolice verfiel immer mehr zur Ruine.
Im 19. Jahrhundert wurde in den Burgkellern ein großer Schatz gefunden. Schatzsucher vollendeten nun das Werk der Zerstörung. Manche glauben noch heute, dass nicht der ganze Schatz entdeckt wurde und sein größter Teil in einem Tunnel liegt, der angeblich die Burgen Bobolice und Mirów verbinden soll. Nach dem 2. Weltkrieg wurden Teile der Burgmauern abgetragen und zum Bau der Straße von Bobolice nach Mirów verwendet.
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts nahm die Familie Lasecki – die gegenwärtigen Besitzer der Burg – die Herausforderung an, dieses schöne Bauwerk vor der gänzlichen Zerstörung zu bewahren. Im Auftrag von Senator Jarosław W. Lasecki und seinem Bruder Dariusz Lasecki sowie unter Mitwirkung der größten wissenschaftlichen Kapazitäten wurden archäologische Untersuchungen, Sicherungs- und Rekonstruktionsarbeiten durchgeführt, durch die dieses Baudenkmal von nationalem Rang gerettet werden soll.
text source www.zamekbobolice.pl
photos source www.pl.wikipedia.org
Siehe andere Schlösser und Burgen der Provinz Schlesien



